Kaffee- und Espressobohnen richtig aufbewahren

Stell dir vor, du kaufst diesen wundervollen Espresso, schüttest zuhause voller Vorfreude die komplette Packung in den Hopper (Vorratsbehälter) deiner Mühle, stellst alles ein, ziehst den ersten Shot: ein Traum! So weit so schön. Einige Tage später möchtest du dieses Erlebnis wiederholen, doch du musst alles nochmal neu einstellen und irgendwie fehlt dem Ergebnis so einiges von dem, was dir so gefallen hat. Dies hat nichts mit dir und deinen Fähigkeiten zu tun, sondern liegt viel mehr an falscher Aufbewahrung. Lies diesen Artikel und du wirst wissen, was du hättest anders machen sollen.

Alles das, was wir einen einem guten Kaffee oder Espresso so mögen, ist überaus fragil. Die Bohnen setzen während der Rüstung zahlreiche Aromen frei, die für das spätere Geruchs- und Geschmackserlebnis sorgen. Zum Problem kann jedoch werden, dass diese Stoffe entweder flüchtig, also schnell verfliegend, oder sehr empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen sind.

Um eben diesen Verlust bzw. die Verfälschung des Geschmacks zu vermeiden, möchten wir dir einige einfache Tipps geben, mit denen du deinen Kaffee und Espresso wesentlich länger frisch halten kannst.

Keine Luft

Wenn du dir deine Espressobohnen mal genauer anschaust, wirst du – je nach Röstung – auf den Bohnen häufig eine leicht ölige Oberfläche sehen können. Dies hängt damit zusammen, dass ein großer Teil des Geschmacks der Bohnen von enthaltenen Ölen und Fetten erzeugt bzw. Verstärkt wird. Diese Öle und Fette oxidieren bei Kontakt mit Sauerstoff und können so auf Dauer zu einem „ranzigen“ Geschmack führen. 

Wie bereits erwähnt sind ein weiterer entscheidender Bestandteil für den guten Geschmack flüchtige Aromen. Flüchtig erklärt in diesem Fall bereits, wo das Problem liegt: Kommen die Stoffe mit Sauerstoff bzw Luft in Kontakt, verflüchtigen sie sich Stück für Stück.

Ein weiteres Problem beim Kontakt mit Luft ist die enthaltene Feuchtigkeit. Kaffee zieht Feuchtigkeit regelrecht an, was bei zu feuchter Luft zu einer Verschlechterung des Geschmacks und zusätzlich zu einer Veränderung der Extraktionseigenschaften führt.

Kein Licht, keine Wärme 

Dauerhafte Lichteinstrahlung führt durch die UV-Strahlung ebenfalls zu Veränderungen innerhalb der Bohnen und sorgt so für eine wesentlich schnellere Alterung und damit schlechteren Geschmack und schlechtere Extraktion. 

Da der Röstprozess durch Wärmeeinfluss stattfindet, ist es leicht vorzustellen, dass jede weitere übermäßige Wärmeeinwirkung einen Einfluss auf die Kaffeebohnen hat. Ob nun durch Sonneneinstrahlung, Abwärme deine Espressomaschine oder Lagerung auf der Heizung: Wenn du deine Bohnen nicht unkontrolliert weiter rösten willst, sorge dafür, dass sie nicht zu viel Wärme ausgesetzt sind.

Keine fremden Aromen

Bestimmt kennt der ein oder andere die klassischen Tipps für Kaffee als Hausmittel gegen schlechte Gerüche. Dies hängt nicht nur damit zusammen, dass der Kaffee den negativen Geruch überdeckt. Vielmehr ist es so, dass Kaffee geneigt ist, fremde Aromen anzunehmen. Möchtest du also vermeiden, dass deine Bohnen sonderbare Geschmäcker annehmen, halte sie gut verschlossen und ab von geruchsintensiven Lebensmitteln. 

Dies ist auch einer der Hauptgründe, warum Kaffee und Espresso nicht im Kühlschrank gelagert werden sollten. Die Kälte bringt keinerlei Vorteile für die Haltbarkeit und die Gefahr einer „Geschmacksinfektion“ durch andere Lebensmittel ist im Kühlschrank einfach viel zu hoch.

Am besten frisch mahlen

Kaffee und Espresso werden vor der Zubereitung gemahlen, um die Oberfläche zu vergrößern und so möglichst viele der wertvollen Stoffe extrahieren zu können. Kauft man die Bohnen bereits gemahlen, vergrößert man die Oberfläche unnötig früh und alle oben beschriebenen Prozesse können viel schneller ablaufen. Dies trifft auf Espresso noch viel mehr zu, als auf Filterkaffee, da die Espressozubereitung einen wesentlich feineren Mahlgrad und somit eine noch größere Oberfläche benötigt. Wir empfehlen also dringend eine eigene Mühle und das Mahlen der Bohnen erst direkt vor der Zubereitung.

Frisch verarbeiten

Kaffee und Espresso altern immer, egal wie sehr wir uns um die Aufbewahrung bemühen. Ein Espresso, der nach dem Rösten über ein Jahr gelagert wurde hat gar keine Chance, seinen vollen Geschmack zu entfalten. Dies hängt damit zusammen, dass die enthaltenen Öle und Fette unweigerlich irgendwann „ranzig“ werden. Auch die wertvollem Aromen werden sich mit der Zeit aus den Bohnen verflüchtigen. 

Wir empfehlen also, seine Kaffee- oder Espressobohnen möglichst frisch geröstet einzukaufen und im Optimalfall innerhalb von vier bis acht Wochen nach Röstung zu verbrauchen. Genaue Haltbarkeiten sind hier stark von Bohne und Röstung abhängig. So bleiben Robustabohnen grundlegend etwas länger frisch, dunkle, ölige Espressi jedoch werden schneller „ranzig“. 

Um keine zu große Wissenschaft daraus zu machen, solltest du einfach nicht mehr Bohnen kaufen, als du in acht Wochen verbrauchen kannst, dann sollte dein Espresso nie zu alt werden.

Fazit und Tipps zur Aufbewahrung

An sich bekommst du deine Bohnen schon in fast perfekten Lagerbedingungen. Nach dem Rösten geben die Bohnen CO2 aus und bilden sich somit ihre eigene Schutzatmosphäre. So lange du die Tüte verschlossen lässt, musst du dir also keine Gedanken darum machen.

Den Inhalt der Tüte nach dem Öffnen in eine Dose zu schütten wäre jedoch falsch, da so die wertvolle Schutzatmosphäre verloren geht. Am besten entnimmst du immer nur so viele Bohnen aus der Tüte, wie du gerade brauchst. Da CO2 schwerer ist als Luft, machst du dies am besten nicht schüttend, sondern mit einem Löffel. Dachach verschliesst du die Tüte (im Optimalfall ist die Verpackung wiederverschließbar) und lagerst die verschlossene Tüte in einer luftdichten Dose an einem kühlen, schattigen Platz. So kannst du sicher sein, dass das Aroma deiner Lieblingsbohne so lang wie möglich erhalten bleibt und du keine Probleme bei der Zubereitung bekommst.

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